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PA: MESSUNG DES RADIOAKTIVEN JODISOTOP 131 IN ÖSTERREICH: Störfall in den AKWs Mochovce, Bohunice oder Paks nicht auszuschließen – Experten müssen sofort vor Ort prüfen Drucken E-Mail
Geschrieben von: Samira   
Freitag, 11. November 2011 um 12:38 Uhr

 

Medienmitteilung des Vereins „Antiatom Szene“ am 11.11.2011


MESSUNG DES RADIOAKTIVEN JODISOTOP 131 IN ÖSTERREICH: Störfall in den AKWs Mochovce, Bohunice oder Paks nicht auszuschließen – Experten müssen sofort vor Ort prüfen


Zweifelhafte Angaben des österr. Umweltministeriums: Radioaktives Jod 131 wird in Tschechien seit 2 Wochen gemessen


Angeblich seit gestern wird an mehreren Messstationen in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien das radioaktive Jodisotop 131 registriert. Laut Informationen der tschechischen Nuklearaufsichtsbehörde wird in Tschechien allerdings das gleiche radioaktive Element bereits seit zwei Wochen gemessen!!!  Wie und wo es zum radioaktiven Austritt kam ist bisher unklar. Auch nicht klar ist, warum in Tschechien schon seit zwei Wochen die erhöhte Strahlung bekannt ist.  Die Dosisleistung in Österreich dürfte lt. Angaben bei ca. 1 Nanosievert pro Stunde (1 nSV7/h) liegen. Dies entspricht ca. 1-2% der natürlichen Strahlendosis. Die Menge ist zwar nicht gesundheitsgefährdend, Verharmlosung und Beschwichtigungen sind aber keineswegs angebracht. So ist umgehend zu klären, ob das radioaktive Jod 131 tatsächlich erst gestern erstmals gemessen wurde, da die Angaben aufgrund der tschechischen Messungen äußerst zweifelhaft erscheinen. Nicht nachvollziehbar sind auch die Behauptungen, wonach die Belastung aus einem medizinischen Labor oder der Industrie entstammen würden. Gegen diese Variante spricht, dass Jod 131 außer in Tschechien auch in Polen, Dänemark und Schweden gemessen wurde. Vielmehr erscheint aufgrund der vorherrschenden Windrichtung ein Störfall in einem der grenznahmen AKWs Bohunice oder Mochovce in der Slowakei, bzw. Paks in Ungarn wahrscheinlich.


Vergleiche zu einer Röntgenuntersuchung bzw. einem Langstreckenflug, wie sie beim Umweltministerium gezogen werden, erscheinen zudem äußerst unpassend, denn es wird dabei nicht berücksichtigt, dass sich Jod 131 in der Schilddrüse anreichert und dort wesentlich höhere Belastungen entstehen können.


„Dass das Umweltministerium gleich vorweg einen AKW-Störfall ausschließt, ohne die Quelle des Ursprungs der radioaktiven Belastung zu kennen, ist grob fahrlässig. Ebenso starke Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen des österr. Umweltministeriums lässt die Tatsache aufkommen, dass in Tschechien radioaktives Jod seit 2 Wochen gemessen wird. Man muss sich ernsthaft die Frage stellen, ob eine Vertuschung im Gange ist.“, ist Elvira Pöschko von der NGO „Antiatom Szene“ entsetzt über die leichtsinnige Haltung des Umweltministeriums. „Wichtig ist es nun umgehend Experten zu den Reaktoren in Bohunice, Mochovce und Paks zu entsenden, die die Umstände vor Ort prüfen.“, fordert Pöschko von Umweltminister Berlakovich.

Weitere Informationen: Elvira Pöschko + 43 650 6660065, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.antiatomszene.info



Zuletzt aktualisiert am Freitag, 11. November 2011 um 12:40 Uhr
 

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