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Hat es nicht stets geheißen, dass politische Ämter unvereinbar mit Positionen im Bereich der Antiatom-Offensive sind? Gibt es diesbezüglich nicht sogar eine Regelung? Anbei den untenstehenden Artikel zu Ihrer Information.
Elvira Pöschko
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Ein Tscheche wird den österreichischen Kampf gegen Temelin anführen
3.5.2011 Lidové noviny Seite 9 Marek Kerles
Budweis – Der ehemalige Berater des Umweltministers und der Ex-Vorsitzende des Republikrates der Grünen Dalibor Strasky bewirbt sich um die Funktion des oberösterreichischen Beauftragten für grenznahe Atomanlagen. Und laut den österreichischen Medien hat er von allen Kandidaten die besten Erfolgsaussichten.
Die Auswahl von Dalibor Strasky für die Position des oberösterreichischen Beauftragten würde in der bisherigen Geschichte des Streites um den Ausbau der Atomkraft zwischen Tschechien und Österreich ein Unikat darstellen. Die Kampagne Oberösterreichs gegen die Erweiterung des Atomkraftwerkes Temelin würde nämlich zum ersten Mal in der Geschichte ein Tscheche führen, außerdem ein aktiver Politiker. Strasky trat zwar aus hohen politischen Funktionen zurück, er ist jedoch nach wie vor das Mitglied des Kreisrates der Grünen in Südböhmen.
„Ich sehe da keinen Widerspruch, mit der Antiatom-Kampagne des Landes Oberösterreich identifiziere ich mich. Die Atomenergie ist aus Sicherheits,- und Betriebsgründen als Energiequelle längst überholt und hat keine Zukunft,“ sagte Dalibor Strasky zu LN. Er bestätigte, dass er sich in das Auswahlverfahren für die Funktion des oberösterreichischen Beauftragten angemeldet hat und die erste Anhörung im Umweltbeirat bereits hinter sich hat. Gerade aufgrund dieses Gespräches favorisieren ihn die österreichischen Medien, nach ihren Informationen aus der oberösterreichischen Landesregierung zeigt er sich bei weitem als der beste Kandidat.
Strasky ist Atomphysiker, er arbeitete sogar in der Gesellschaft CEZ. Strasky und die CEZ – Leitung gingen jedoch im Bösen auseinander. „Es hat ihnen zum Beispiel nicht gefallen, dass ich als Atomphysiker eine Broschüre über die Solarenergie erstellt und einige unwahre Aussagen der Temelin- Angestellten in der Öffentlichkeit kritisiert habe,“ behauptet Strasky. Später trat er in die Partei der Grünen ein, wo er unter anderem zum Vorsitzenden ihres Republikrates wurde. Nach dem Streit mit dem damaligen Vorsitzenden der Grünen Martin Bursik resignierte er auf hohe Parteifunktionen, er bleibt aber weiterhin Mitglied des Kreisrates in Südböhmen. Er ist als Energiekonsulent tätig. „Auch meine Funktion des Beauftragten der oberösterreichischen Landesregierung, falls ich ausgewählt werde, würde vor allem einen beratenden und organisatorischen Charakter haben,“ sagte Strasky.
Die Leitung der südböhmischen Grünen sieht nichts Merkwürdiges daran, dass Strasky als tschechischer regionaler Politiker die Antiatom-Kampagne Oberösterreichs koordinieren würde, also vor allem Schritte gegen die Erweiterung des südböhmischen Atomkraftwerkes in Temelin. „Das Problem der Atomenergienutzung betrifft nicht nur die Tschechische Republik, sondern die ganze mitteleuropäische Region,“ erklärte gegenüber LN der Vorsitzende der südböhmischen Grünen Jiri Guth.
Die derzeitige Temelin – Leitung beschuldigt Strasky, dass er Antiatom-Aktivist nicht aus Überzeugung wurde, sondern eher aus Notwendigkeit. „Herr Strasky arbeitete in der Gesellschaft CEZ am Ende der 80-iger Jahre. Er war jedoch bei der Prüfung zum den Operator des Blockes in Dukovany nicht erfolgreich und im Jahre 1990 hat er unsere Firma verlassen,“ sagte der Sprecher des Atomkraftwerkes Temelin Marek Svitak. Eine Reihe von Strasky´s Kollegen arbeitet jedoch laut ihm in sehr interessanten Managerpositionen. „Wenn Herr Strasky vor mehr als 20 Jahren erfolgreich gewesen wäre, würde ihn vermutlich auch eine ähnliche Atomkarriere erwarten,“ sagte Svitak.
Strasky soll in der Funktion Radko Pavlovec ersetzen, der sie nach mehr als 13 Jahren verlässt. Pavlovec, ein Österreicher mit tschechischen Wurzeln, kritisierte österreichische Politiker dafür, dass sie im Kampf gegen Temelin Wasser predigen und Wein trinken. Als Beispiel dafür führte er unter anderem die neuen Tätigkeiten zweier österreichischen Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer bei großen Firmen, die mit der Atomwirtschaft verbunden sind.
Dalibor Strasky (50) studierte Atomphysik, an die Zukunft und Sicherheit der Atomenergie glaubt er jedoch nicht. Er arbeitete unter anderem bei der Firma CEZ und als Berater des ehemaligen Umweltministers Milos Kuzvart. Er war Vorsitzender des Republikrates der Grünen. Jetzt arbeitet er als Energiekonsulent.
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